Mittwoch, September 30, 2009

Kein Fahrstuhl am Schabbat ?

B"H

In Israel kennen wir ihn fast alle: den Schabbatfahrstuhl.

Am Schabbat darf ein Jude, wie bereits bekannt, diverse Aktivitäten nicht ausführen, worunter auch die Elektrizität fällt. Lichtschalter werden nicht betätigt und normalerweise lässt man über den gesamten Schabbat das Licht in bestimmten Räumen, wie Wohnzimmer, WC oder Küche brennen. Manche benutzen extra für diesen Zweck vorgesehene Schabbatschalter, die sogenannten "Timer". Schabbatuhren, welche man in Steckdosen steckt und diese Heizungen anschalten ode sogar den Fernseher. Wobei, trotz koscherer Einschaltung, der Fernseher am Schabbat lieber uneingeschaltet bleiben sollte. Allein schon aus spirituellen Gründen heraus.

Und was ist mit dem Herd ?
Zum Warmhalten des Essen gibt es eine sogenannte elektrische Warmhalteplatte, die "Plata". Gewöhnlich läuft sie den ganzen Schabbat hindurch.

Was aber, wenn jemand in einem Hochhaus wohnt und auf einen Fahrstuhl angewiesen ist, er aber am Schabbat oder an jüdischen Feiertagen die elektrischen Schalter nicht
betätigen sollte ?
Traditionelle und fromme Juden leben in Hochhäusern oder man geht am Schabbat in ein Krankenhaus, um jemanden zu besuchen. Was, wenn das Krankenhaus mehrere Stockwerke hat ? Ist man in all den Fällen gezwungen, durch das Treppenhaus in die oberen Stockwerke zu klettern ?

Nein, denn es gibt ja den SchabbatfahrstuhlEin extra Fahrstuhl, der automatisch in jedem Stockwerk anhält und die Tür auf und wieder zugeht. Alles von selbst und ohne Knöpfe.
Ich selbst habe dies in Krankenhäusern schon miterlebt.
Nicht jedes Hochhaus besitzt solch einen Fahrstuhl und falls nicht, muss derjenige halt über die Treppe hinauf.

Jahrelang sind die Schabbatfahrstühle schon im Einsatz, doch nun stämmen sich führende litvisch - haredische Rabbiner wie Rabbi Shmuel HaLevi Wosner, Rabbi Yosef Shalom Eliyashiv und Rabbi Chaim Knajevsky dagegen. "Selbst der koschere Fahrstuhl am Schabbat ist ab sofort nicht mehr koscher", so lautet einen aktuelle Halacha.

Begründung: Wer mit dem Schabbatfahrstuhl hinunterfährt, bringe diesen eventuell auch mit seinem eigenen Körpergewicht in Bewegung. Das Gewicht einer Person beeinflusse die Abfahrt des Fahrstuhles.

Es ist jetzt schon abzusehen, dass diese Halacha viele Fragen aufwirft und weiterhin umstritten bleiben dürfte. Derweil gibt es noch nicht viele Äußerungen, doch warten wir einmal ab …

Kommentare:

  1. Das sind ja nun schon absurde Begründung. Ich konnte ja auf der Straße auch unabsichtlich eine Ameise töten und hätte damit in die Schöpfung eingegriffen, und was weiß ich...
    Wenn ich dann auch höre "Es gibt eine neue Halachah"...Wer sind denn schon Rabbiner??? Das muss man manchmal ernsthaft fragen. Was ein Rabbiner sagt, ist noch lange nicht Gesetz.

    AntwortenLöschen
  2. B"H

    Die Rabbiner Eliyashiv, Knajevski sowie Wosner sind DIE fuehrenden halachischen Rabbiner der israelisch - litvischen Welt.

    In Israel sind sie DIE absoluten Persoenlichkeiten. Ausser natuerlich bei Chabad sowie weiteren chassidischen Ausrichtungen.:-)

    Uebrigens ist es Dir verboten, am Schabbat eine Ameise plattzutreten.:-)

    AntwortenLöschen
  3. Anna Nym5:16 nachm.

    Du findest das sehr witzig, wenn jemand für den Anschein größerer Heiligkeit völlig lebensfremde Regeln aufstellt, nicht wahr? Und anerkannte Autoritäten sind für dich selbst dann unantastbar, wenn sie nur Unsinn reden. Wie deutsch ist Miriam Woelke nach all den Jahren in Israel doch immer noch geblieben.

    AntwortenLöschen
  4. B"H

    Ich habe lediglich eine Frage beantwortet: Die, wer diese Rabbiner sind.

    Habe ich gesagt, dass ich die Halacha einhalte ? Nein !
    Ich wuerde nach wie vor einen Schabbatfahrstuhl benutzen.

    Abgesehen davon, was ich meine, jede Halacha hat ihre Gruende und bevor man diese ausgiebig lernt, sollte man sich mit voreiligen oberflaechlichen Meinungen zurueckhalten.

    AntwortenLöschen
  5. Wie auch immer...rabbinische Autorität mal hin oder her, manche Dinge kann man auch wirklich ins absolut Absurde treiben und diese "Halacha" ist ein sehr gutes Beispiel.
    Das mit der Ameise ist mir schon klar und es sollte eben nur ein Bsp. dafür sein, was wir alles so unbewusst auslösen können :D Vielleicht sollte man sich an Schabbes in ein leeres Zimmer einsperren lassen :D

    AntwortenLöschen
  6. B"H

    Na, so pessimistisch sehe ich das nicht.:-)))

    Es gibt Halachot, die ich auch nicht ganz so ernst nehme, wobei wir wieder beim altbekannten Thema des Haendeeincremens am Schabbat waeren, was auch verboten ist. Ich jedoch benutze sehr wohl Creme.

    AntwortenLöschen
  7. Stell dir mal vor, ich mache mir nicht die Mühe, noch vor Schabbes das Klopapier zu reißen :D

    AntwortenLöschen
  8. Oel (=flüssig) statt creme (fest) ist soviel ich weiss erlaubt, zumindest bei Kindern... Meine Freundin hat am Shabbes für die Kinder immer Mandelöl verwendet.

    AntwortenLöschen
  9. B"H

    Nicht selten benutze ich Teeoel, aber auch ganz regulaere Creme. Die SPA, sogenannte israel. Tote Meer Produkte. Ich will mich ja nicht unnuetz rechtfertigen, doch habe ich trockene Haut und nach dem Haendewaschen muss ich mir die Haende eincremen oder ich gehe an die Decke.

    Klopapier reissen ?
    Das waren noch Zeiten !
    Heute kauft man die vorgefertigten Papiertuecher in Kleinformat. :-)

    AntwortenLöschen
  10. http://matzav.com/rabbi-halpern-rav-elyashiv-did-not-assur-shabbos-elevators

    Hier ein Artikel in dem angezweifelt wird, dass Shabbes-Lifts gemeint waren, bzw. dass der Psak wirklich von Rav Elyashiv stammt...

    AntwortenLöschen
  11. B"H

    Wenn dem tatsaechlich so sein sollte, ist heute die gesamte israel. Presse auf ein Geruecht ? reingefallen.:-)

    AntwortenLöschen
  12. Ach es geht noch besser: Vor Jahren hat ein Rabbiner aus Israel das Popeln am Schabbes verboten, weil man damit ja Haare aus der Nase ausreißen könnte.
    Ich lag am Boden vor Lachen.

    AntwortenLöschen
  13. B"H

    Das vorgerissen Klopapier am Schabbat finde ich immer noch am allerbesten.:-)

    AntwortenLöschen